Kutna Hora

Kuttenberger Bergwesen

Die Kuttenberger Untergrund hat so viele Löcher wie Emmentaler. Sie ist voll von Gängen und überschwemmten Schachten und trotzdem wurde der ganze Berg gerade aus den Plätzen gebaut, wo heutzutage nur Wasser und Leere ist. Früher gab es dort nämlich Silber. Ab und zu stürzt es ab und Geologen und Historiker haben etwas, wovon sie schreiben können. Egal wo Sie in Kuttenberg hintreten, Sie können sich sicher sein, dass es früher auf dieser Stelle ein Bergwerk, einen Graben oder eine Schlackenhalde gab und dass sie eigentlich auf den Berghauern laufen. Einerseits wurde die Stadt dank ihrer Arbeit erbaut, andererseits verloren viele hier ihr Leben.

Die Geschichte Kuttenberger Bergbaus reicht bis zum Jahre 985, aber das richtige Silberfieber brach erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus. Wenn man an Fieber leidet, denkt man nicht besonders gut nach und wenn man noch einen Hammer in die Hände bekommt, fängt man an zu graben, überall wo es glänzt. Es musste ihr wie in einer verschnellten Groteske ausschauen. Die Bergwerke wurden ohne Bedenken gegründet, nur in der Aderrichtung und man grub schnell, um möglichst viel mitnehmen zu können. Berghauer und Abendteuer kamen aus der breiten Umgebung hierher, die meisten waren aus Deutschland. In den oberen Schichten fanden sie Silber in der reinen Form, aber wenn es abgebaut wurde, mussten sie tiefer und dazu musste es von verschiedenen Verunreinigungen gereinigt werden. Zwischen den Jahren 1290 bis 1350 wurde hier täglich ca 55 kg Silber abgebaut. Wenn sie bedenken, dass Kuttenberg im Jahre 1350 etwas über 15 tausend Einwohner hatte, waren es mindestens ein Kilo und ein Viertel pro Person in einem Jahr. In der Wirklichkeit nahm den größten Teil des Gewinns der Investor, Förderer oder König und für den Berghauer blieben, nachdem er Brot und Bier gezahlt hatte, wieder nur Hämmer. Natürlich gab es auch Ausnahmen, es wurde auch ziemlich viel gestohlen. Silber hatte nämlich die Zauberkraft, aus einem gewöhnlichen Menschen einen vollkommenen Edelmann zu machen.

Den meisten ging es aber immer schlechter. Die Erträge sanken und deshalb mussten sie immer tiefer graben, die Kosten erhöhten sich, aber die Berghauer bekamen wenig. Im Jahre 1496 streikten sie und 12 von denen wurden infolge dessen hingerichtet. Die Ursache für den schwächer werdenden Abbau war aber nicht nur der Mangel an Silber, sondern auch vor allem das Wasser. Unter Wasser blieb auch das reichste Berkwerk – Osel. Es ist nie gelungen das Wasser abzupumpen. Die Technik damals war nicht so entwickelt und heute weiß man nicht genau, wo sich Osel eigentlich befand. Dieses märchenhafte Bergwerk spinnt trotzdem dauernd in den Berghauerköpfen (verstehe Kuttenberger) und jeder zweite hat hier eine eigene Theorie, wo es sein könnte. Reines Silber gab es hier zwar noch im Jahre 1845 und aus dem Malínsky Stollen wurden mehr als 16 Waggons hinausgefahren, zum Glück endeten auch diese letzten Versuche mit dem Wasserdurchbruch und das Bergwerk wurde geschlossen. Es ist aber sicher, dass ein paar Waggons da unten noch geblieben sind. Vielleicht werden Sie Glück haben….. oder Glück im Unglück, falls Sie in Osel durchfallen.

Falls Sie mehr über den Abbauverlauf erfahren wollen, graben Sie hier.

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