Kutna Hora

Über den Silberabbau

Das Silber wurde sehr oft ganz zuvöllig entdeckt. Beim Pflügen, unter einem gebrochenen Baum oder in einem Felsendurchbruch nach einem Blitzschlag. In Kuttenberg glaubt man, dass es durch ein Wunder endeckt wurde, aber es ist wahrscheinlicher, dass hiesige Lagerstätten schon von weit her Zisterzienser spürten, die hier im Jahre 1142 ihr Kloster gründeten. Sie  kannten sich am besten von allen im Suchen der Erzlagerstätte aus. Sie konnten Andeutungen verstehen. Sie erkannten es von Pflanzen- und Baumarten oder nach der Bereiftheit, die immer oberhalb der Lagerstätte auffalend fehlt. Etwas Silber konnten sie auch im hiesigen Fluss Vrchlice finden. Es reichte, wenn es ihnen gelang die Stelle zu bestimmen, woher das Wasser mit Silber sprudelte und die Lagerstätte war ziemlich sicher. Für den Ortsbefund nutzte man auch Rutengänger, aber schon im Mittelalter erweckte die Rutengängerei Zweifel. Egal wer das hiesige Silber entdeckte, er rief mächtig „ARGENTUM! SILBER! Hier graben!“, und gab sich dem Gebet oder dem Bier hin.

Zu der Fundstätte beriefen sie dann einen Vermesser. Der bestimmte, wo die Silberader am stärksten war oder wo sie sich kreuzten. Er befiel, wo die Berghauerhubwinde stehen soll, bestimmte die Stellen für Schachten und Stollen, die Richtung, wohin sie geführt werden sollen und die Arbeiter machten sich ans Werk. Für das Graben benutzten sie nur zwei Werkzeuge – Fäustel und Klinge, mit denen sie ausdauernd den Felsen anschlugen, bis sie den ersehnten Metallklang hörten oder vom Tod mitgebracht wurden. Das Durchstechen einiger Stollen konnte eben einige Generationen dauern. Damit sie es schneller beenden, wandten die Berghauer Technik an, sie wurde „Feuerssetzen“ genannt. Man brachte bis ans Ende des Stollens Holz, beschmierte es mit Schlamm und zündete an. Der Felsen war dann zerbrechlicher und man konnte ihn besser brechen. Manche Schachten reichten bis zu 600 m unter die Erde und wenn das Guinessbuch existiert hätte, wäre dies sicher aufgeschrieben.

Jedem Berghauer stand ein Knecht zur Verfügung, der vom Erz den Stein weghaute und ihn einem sog. Laufer in einen kleinen Trog legte. Er lief damit zur Hubwinde, wo er ihn dem nächsten Fachmann übergab und lief wieder zurück. Der gab das Materiall in einen Ochsensack und weitere Helfer, die die Hubwinde bedienten, zogen ihn hinauf. Dann wurde das Erz mit Kolben zertrümmert und von Blattern auf Staub zerbröckelt. Zu weiteren wichtigen Berufen gehörten Werkschmiede und Zimmerleute. Sie kümmerten sich um die ganze Holzarbeit und schon im Mittelalter kamen sie mit neuen Entdeckungen. Dazu gehörte z. B. die Leiter, die zweifache Anwendung hatte. Beim Aufsteigen wie eine ganz gewöhnliche Leiter und beim Absteigen diente sie als Rutsche. Damit die Berghauer glatt und schmerzlos hinunterkamen, benutzten sie Schürzen aus Ochsenleder. Es wurden hier so viele verbraucht, dass sogar eine Verordnung erlassen wurde, dass alle Ochsenleder ausschließlich nach Kuttenberg geschickt werden sollen.

Die Berghauerarbeit war gefährlich und erschöpfend und es war nicht unbedinkt außergewöhnlich, dass die Berghauerfrauen sogar siebenfache Witwen wurden. Die Berghauer wurden vom Wasserdurchbruch, Luftmangel oder Verschüttung bedroht, das ständige Gefahrgefühl führte bei den Berghauern zur besonderen Frömmigkeit. Deswegen baute man in Kutná Hora so viele Kirchen. In Kuttenberg gab es aber auch 60 Bierbrauereien und dazu wurde Bier noch aus Èáslav und Kolín hergebracht. Über Berghauer gibt es auch ein Sprichwort: „Übermütige Berghauer leisten die Fronarbeit bis zum Samstag, aber das Geld reicht nur bis zum Sonntag." Kneipen und Kirchen bilden auch heute einen wichtigen Bestandteil des Kulturlebens in Kuttenberg.

Pension Sedlec
Preis ab: 8.8 € Person/Nacht
Hotel Kréta
Preis ab: 19.2 € Person/Nacht
Hotel Zlatá Stoupa
Preis ab: 30.0 € Person/Nacht
Hotel Opat
Preis ab: 53.0 € Person/Nacht
Pøidat hotel 
Copyright 2007 Online Travel Solution © Danksagung